Bewegung bei chronischen Schmerzen

Aminosäuren gezielt einsetzen

Aminosäuren sind wunderbare Werkzeuge, wenn man sie bewusst und gezielt einsetzt. Als Allheilmittel sollte man sie zwar nicht verstehen, da sie nicht bei jedem Menschen genau gleich wirken. Für viele Betroffene sind die Proteine jedoch der fehlende Puzzlestein auf dem Weg zu mehr Vitalität. Doch was genau machen die Bausteine eigentlich in unserem Körper?

In meiner täglichen Arbeit als Therapeutin und Gesundheitsexpertin sehe ich es immer wieder: Viele Menschen sehnen sich nach mehr Energie, einer besseren Erholung und einfach mehr Lebensqualität. Oft suchen wir nach komplizierten Lösungen. Dabei übersehen wir die grundlegendsten Bausteine unseres Körpers: die Aminosäuren. 

Was sind Aminosäuren und wozu brauchen wir sie?

Stelle dir deinen Körper wie ein großes Haus vor und die Proteine (Eiweiße) als die Wände. Aminosäuren sind die einzelnen Ziegelsteine, aus denen diese Wände gebaut werden. Aus ihnen baut unser Körper fast alles: Muskeln, Haut, Haare, Organe, aber auch die Abwehrzellen unseres Immunsystems und wichtige Botenstoffe im Gehirn.

Jede Sekunde laufen in uns unzählige Prozesse ab, die diese Bausteine dringend brauchen. Sie helfen uns bei:

• Heilung von kleinen Schäden in Muskeln und Zellen nach der Arbeit oder dem Sport.

• Aufbau der Abwehrkräfte für unser Immunsystem, um Viren und Bakterien zu bekämpfen.

• Sie bilden Botenstoffe wie Serotonin – unser körpereigenes Glückshormon.

• Helfer beim Transport von Nährstoffen durch die Blutbahn

Die zwei Gruppen: Lebensnotwendig oder selbstgemacht?

Es gibt insgesamt 20 wichtige Aminosäuren, die wir in zwei Gruppen aufteilen:

1. Die essentiellen Aminosäuren (Die Lebensnotwendigen)

Diese acht Bausteine kann unser Körper nicht selbst herstellen. Wir müssen sie zwingend jeden Tag über das Essen aufnehmen. Fehlt auch nur eine einzige, gerät die Baustelle im Körper ins Stocken. Dazu gehören zum Beispiel:

  Tryptophan: Der Grundstoff für guten Schlaf und gute Laune.

  Leucin, Isoleucin und Valin (auch bekannt als BCAAs): Das Kraftfutter für unsere Muskeln.

2. Die nicht-essentiellen Aminosäuren (Die Selbstgemachten)

Im Normalfall kann der Körper diese selbst aus anderen Bausteinen zusammenbauen. Aber Vorsicht: Wenn wir viel Stress haben, krank sind oder uns extrem anstrengen, kommt der Körper oft nicht mehr mit der Produktion hinterher. Dann müssen wir auch hier von außen nachhelfen.

In welchen Lebensmitteln stecken die besten Bausteine?

Wir können unseren Bedarf sehr gut über eine ausgewogene Ernährung decken. Dabei unterscheidet man zwei Quellen:

  Tierische Quellen: Fleisch, Fisch, Eier, Quark und Käse enthalten meist alle wichtigen Aminosäuren auf einmal. Der Körper kann sie besonders leicht aufnehmen.

  Pflanzliche Quellen: Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen), Nüsse, Samen (wie Kürbiskerne) und Vollkornprodukte sind ebenfalls tolle Lieferanten.

Mein Tipp: Kombiniere pflanzliche Lebensmittel (z. B. Reis mit Bohnen oder Vollkornbrot mit Hummus). So ergänzen sich die Bausteine perfekt zu einem vollständigen Protein.

Wie finde ich heraus, was meinem Körper fehlt?

Weil jeder Mensch und jeder Stoffwechsel absolut einzigartig ist, macht es keinen Sinn, blind irgendwelche Pulver oder Kapseln zu schlucken. Man sollte vorher genau hinschauen.

Wie misst man das?

Das geht über ein sogenanntes Aminosäuren-Profil. Dafür reicht oft schon ein kleiner Piks in die Fingerkuppe, um ein paar Tropfen Blut (Kapillarblut) zu gewinnen. Dieses Blut wird dann im Labor ganz genau untersucht.

Mache so einen Test bitte nicht im Alleingang zu Hause, sondern immer zusammen mit einem Arzt oder Heilpraktiker. Nur ein Experte kann die Werte richtig lesen, die Zusammenhänge in deinem Körper verstehen und dir sagen, welche Bausteine wirklich fehlen.

Wann eine Ergänzung sinnvoll sein kann - meine Empfehlungen

Besonders in Zeiten von hohem Stress, starker beruflicher oder privater Belastung oder bei intensiver körperlicher Arbeit und Sport verbraucht der Körper deutlich mehr Nährstoffe als sonst. In solchen Phasen schafft es die tägliche Ernährung manchmal nicht, den extrem erhöhten Bedarf komplett zu decken.

Hier kann es sehr sinnvoll und entlastend sein, den Körper gezielt mit hochwertigen Präparaten zu unterstützen. Da der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln riesig und oft unübersichtlich ist, schaue ich als Therapeutin ganz genau hin, was Qualität, Reinheit und Bioverfügbarkeit angeht.

Ich habe in den vergangenen Jahren viele Produkte intensiv unter die Lupe genommen und auch selbst getestet. Es gibt einige wunderbare, reine Präparate, die ich meinen Klienten und auch meiner Familie mit bestem Gewissen ans Herz lege.

Hier geht es zu meinen persönlichen Herzensempfehlungen 

Vorsicht vor dem "Zuviel": Warum Proteine auch schaden können

Mehr hilft nicht immer mehr! Wer es mit Eiweißpulvern, Steaks und Shakes übertreibt, tut seinem Körper keinen Gefallen. Ein dauerhaftes Zuviel an Proteinen kann den Organismus belasten:

  Stress für die Nieren: Wenn der Körper zu viele Aminosäuren abbauen muss, entsteht als Abfallprodukt Harnstoff. Dieser muss über die Nieren und den Urin ausgeschieden werden. Zu viel Eiweiß bedeutet also extreme Schwerstarbeit für Ihre Nieren und kann sie auf Dauer schädigen.

  Übersäuerung und Verdauungsprobleme: Ein massiver Überschuss an tierischem Eiweiß kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Die Folge sind oft Blähungen, Unwohlsein oder das Gefühl, „übersäuert“ zu sein.

Die Dosis macht das Gift – die gezielte, bedarfsgerechte und maßvolle Zufuhr ist der Schlüssel.

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